Verein für Obstbau, Garten und Landschaft Linsenhofen e.V.
Verein für Obstbau, Garten und Landschaft Linsenhofen e.V.

Mit dem Verein für Obstbau, Garten und Landschaft Linsenhofen e.V. Ihre Freizeit gestalten!

„Rettet die Bienen…“ – Stellungnahme von Helmut Dolde

 

Natürlich, kein Thema, es geht nicht (nur) um Bienen, sondern überhaupt um den Insektenbestand. Und der hat in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen. Damit ist, zumindest auf den ersten Blick, das Volksbegehren Artenschutz „Rettet die Bienen“ eine Lösung, um etwas gegen das Artensterben zu tun. Jeder, auch derjenige, der nicht draußen in und mit der Natur arbeitet, kann damit (vermeintlich) aktiv etwas für den Naturschutz tun. Eine Unterschrift, und schon ist das Gewissen ein bisschen beruhigt...

 

Glücklicherweise wurde diese Woche in den Amtsblättern der Gemeinden der „Der Entwurf zur Änderung...“ im Volltext veröffentlicht, so dass jeder nachlesen kann, um was es eigentlich geht: Jeder denkt zuerst an die perfektionierte Landwirtschaft, die immer effektiver (und billiger) Lebensmittel erzeugt, auf ausgeräumten, flurbereinigten Flächen, mit Monokulturen von Horizont bis Horizont. Dort wo Maschinen mit 20 m Arbeitsbreite und 40 km schnell über die Flächen fahren und kein anderes Kräutchen neben der Kulturpflanze übrig bleibt. Dort wo man als Botaniker oder als Insektenkundler mit dem Bestimmen der Arten schnell fertig ist, weil einfach die Lebensräume fehlen.

 

Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen soll schrittweise bis 2035 auf 50% angehoben werden. Das kann helfen, wenn dadurch die Bewirtschaftung extensiver wird, wieder mehr Unkräuter toleriert werden und die Schläge wieder kleiner werden. Und das geht nur, wenn der Verbraucher fairerweise bereit ist, mehr Geld für Lebensmittel auszugeben.

 

Für unseren Nahraum ist wird das beabsichtigte Verbot von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden in Schutzgebieten aber zu einem Problem. Liegen doch die ganzen Streuobstwiesen entlang des Albtraufs, auch die Weinberge im Neuffener Tal, im Landschaftsschutzgebiet zumindest im Vogelschutzgebiet.

 

Machen wir uns klar: Wir leben in einer Kulturlandschaft. Unsere Landschaft ist so, weil es noch Menschen gibt, die sie bewirtschaften. Obstbäume und Reben sind nicht genügend konkurrenzkräftig und halten sich nur, solange der Mensch sie pflegt. Nach dem Entwurf „Rettet die Bienen“ ist Pflanzenschutz in Schutzgebieten, auch biologischer Pflanzenschutz, verboten.

 

Der Weinbau würde sofort untergehen, wenn nicht mehr gegen Pilzinfektionen geschützt werden darf (wohl gemerkt, auch nicht mit biologischen Mitteln). Der Obstbau würde mittelfristig verschwinden, da wir bei starkem Schädlingsdruck (ich denke an Frostspanner, Gespinstmotte, eventuell Läuse) keine jungen Bäume mehr groß bekommen.

 

Wollen wir das?

 

Streuobstwiesen und Weinberge wurden erst durch die Bewirtschaftung (schon immer mit minimalem, bedarfsgerechten Pflanzenschutz) so wertvoll, dass man sie dann zu Landschaftsschutzgebieten und Natura 2000-Gebieten gemacht hat. Und trotzdem gibt es auch bei uns immer weniger Insekten.

 

Dafür sehe ich als gelernter Biologe und Praktiker (Weinbau, Obstbau) wichtige andere Gründe:

 

1. Streuobstwiesen werden heute gemulcht, das heißt, das Gras bleibt liegen. Dadurch verschiebt sich die Artenzusammensetzung in Richtung Gräser. Breitblättrige Arten und Blühpflanzen gehen deutlich zurück. Es blüht immer weniger auf den Wiesen, auch wird der Zeitraum, in dem etwas blüht, immer kürzer. Die restliche Zeit ist für Insekten Wüste, da es keine Pollen gibt. Und Gräser sind für die meisten Insekten uninteressant.

Ein Abräumen des Mähguts wie bei der Heuernte wäre die Lösung (denken Sie an die artenreichen, wenig gedüngten Heuwiesen in den Alpen), aber wer soll das machen und vor allen Dingen bezahlten?

 

2. Weinberge werden als Ersatznahrungsquelle für Insekten immer wichtiger. Hier hat man durch überständige Winterbegrünung, Pollen während der Rebblüte und ganzjährig blühende Polster von Duftpflanzen ein gutes Nahrungsangebot. Und man könnte die Situation noch verbessern, indem man den Aspekt Insektenschutz bei den Arbeiten im Weinberg stärker berücksichtigt.

 

3. Wir beobachten das Zuwandern von wärmeliebenden Insekten. In der Regel nehmen wir die als neue Schädlinge im Wein- und Obstbau wahr. Möglicherweise fallen auch Arten bei uns aus ihrem ökologischen Optimum heraus. Eine Folge des Klimawandels?

 

Mit ihrer Unterschrift beim Volksbegehren können Sie etwas bewirken. Aber vielleicht nicht das, was sie wollen.

Mein Appel geht an sogenannte „Influenzer“ wie die Nürtinger Zeitung. Die Argumente müssen in voller Breite dargestellt werden, damit sich die Leser ein Bild machen können, bevor sie sich für oder gegen die Unterschrift entscheiden.

Es darf nicht sein, dass sich das Volksbegehren mit dem Titel „Rettet die Bienen“ als Trojanisches Pferd entpuppt und genau das Gegenteil von dem bewirkt, was eigentlich beabsichtigt ist.

 

Helmut Dolde, Linsenhofen

Insektenfreundliche Pflanzen und Gärten – 17.10.2019

 

Das Thema Insektensterben ist zurzeit in aller Munde. Studien zeigen dass ein hoher Stellenwert der Biomasse an Fluginsekten in den letzten Jahren abgenommen hat.

Am 17.10.2019 um 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Linsenhofen, möchte sich der Verein für Obstbau, Garten und Landschaft Linsenhofen e.V. diesem Thema stellen und die Ursachen und Folgen mit einem Fachreferat näher erkunden.

Melanie Marquardt, Doktorandin an der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim wird uns einen aktuellen Einblick in die Vielfalt der heimischen Bestäuberinsekten geben. Anschließend geht Melanie Marquardt auf die geeigneten Lebensräume von Wild- und Honigbienen. Im dritten und letzten Teil wird es praktisch: insektenfreundlich Pflanzen und Beispiele werden aufgezeigt, anhand derer jeder Einzelne mit kleinen Maßnahmen seinen Garten oder Balkon insektenfreundlicher gestalten kann.

 

Goischderschnitza in der Linsenhöfer Kelter – 31.10.2019

 

Wer kennt sie nicht, die leuchtenden, grimmigen Fratzen ausgehöhlter Rüben oder Kürbisse?! Als künstlerisch ausgearbeitete Lichtspender, mit möglichst dämonischer Gestaltung, gibt es den Brauch des „Riabageisterns“. Die wirklichen Ursprünge des „Riabagoischd“ sind in unseren Regionen nicht wirklich geklärt. Angelehnt an die irischen Wurzeln von Halloween ist der „Riabagoischd“ ein Zeichen, welches in der beginnenden „dunklen Jahreszeit“ Licht spendet und mit der grimmigen Ausarbeitung der Gesichter dem Bösen Einhalt gebieten möchte.

Die „Riaba“, die etwa zur gleichen Zeit geerntet werden und in der Vergangenheit in jedem landwirtschaftlichen Betrieb als Futtermittel fürs liebe Vieh verwendet wurden, eignen sich hervorragend als Ausgangsstoff für diese Goischder und stellen nebenbei noch einen erntedanklichen Bezug dar.
 

Der Verein für Obstbau, Garten und Landschaft Linsenhofen e.V. möchte sich diesenm teilweise vergessenen Brauch wiederaufleben lassen und lädt daher zum „Goischderschnitza“ in die Linsenhöfer Kelter ein. Ab 16.00 Uhr besteht für Jung und Alt die Möglichkeit aus selbst mitgebrachten oder vom VOGL zur Verfügung gestellten „Riaba“ oder Kürbissen, handwerklich kreative Goischder zu fertigen. Nach dem Schnitzen wollen wir in einer kleinen Präsentationsrunde durch Linsenhofen alle „Goischder“ präsentieren und auf ihrer Bestimmung hin testen.

Für das leibliche Wohl bei und nach der schweren Arbeit des „Goischderschnitzens“ sorgt der VOGL in bekannter Manier.
 

 

Fachwartausbildung - 2020

 

Der KOV Nürtingen beginnt in Zusammenarbeit mit dem KOV Esslingen ab 2020 wieder eine Ausbildung zum Fachwart für Obst & Garten!

 

Den Ausbildungsplan und alle weiteren Details zur Ausbildung werden wir in einer Informationsveranstaltung, voraussichtlich im Herbst 2019, bekannt geben. Zu dieser werden alle interessierte Personen eingeladen!

 

Hinweis für Interessierte: Wie in den vorangegangenen Ausbildungen, ist die Voraussetzung auch dieser Ausbildung der Besitz eines Sachkunde-Nachweises. Dieser muss bis zum Abschluss der Ausbildung vorhanden sein!

 

Bei Interesse an dieser sehr interessanten und wissenswerten Ausbildung bitte auf den VOGL Vorstand zugehen.

Winterschnittkurs - 30.11.2019

 

Der Schnittkurs für die Schnittsaison 2019 findet am Samstag 30.11.2019 statt. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr an der vom VOGL betreuten Birnenanlage am Egartweg. Erhard Gneiting zeigt den Erziehungs- bzw. beginnenden Erhaltungsschnitt an den inzwischen beinahe 15- jährigen Birnbäumen verschiedenster Sorten.

 

Für ein praxisgerechtes Lernen in Kleingruppen stehen die VOGL- Fachwarte zur Verfügung.

 

Zum Abschluss unseres Winterschnittkurses laden wir noch zu einem gemütlichen Ständerling mit heißen Roten, wärmendem Punsch und Glühmost ein.

Hier finden Sie uns:

Kontakt

Markus Trost

 

Telefon: 07025/842682

E-mail:   vogl-linsenhofen@web.de

 

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Volksbegehren:

"Rettet die Bienen..."

oder "zerstört die Streuobstwiesen..."?!

Gesetzenwurf_Artenschutz_BW.pdf
PDF-Dokument [144.6 KB]
LVEO-Pressemitteilung_Pro Biene.pdf
PDF-Dokument [315.9 KB]
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