Verein für Obstbau, Garten und Landschaft Linsenhofen e.V.
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VOGL Ausflug 2016

Die Reichenau liegt gleich neben Konstanz im Bodensee - 18.09.2016

 

Nahezu 100 VOGL-Mitglieder machten sich kürzlich auf den Weg, um beim diesjährigen Ausflug die Insel Reichenau und die Stadt Konstanz am Bodensee zu erkunden.

Das Wetter meinte es dieses Jahr nicht so gut mit dem VOGL, doch wir wollen nicht jammern. Nach vielen Wochen ohne ein Wässerlein aus den Weiten des strahlend blauen Himmels, sind die paar wohltuenden Tropfen des vergangenen Wochenendes ein wahrer Segen für die vielen lechzenden Pflänzchen.

Die Gemüse- und Weinbauern der Reichenau haben dank des 60 km langen Wasserversorgungsnetzes und der strategisch sehr günstigen Lage im Untersee  kaum Herausforderungen den Durst ihrer Pflanzen zu stillen. Und so gedeihen jährlich bis zu 15000 Tonnen Gurken, Tomaten, Salat, Kräuter und die verschiedensten Gemüsesorten im besten Klima das Süddeutschland zu bieten hat. Der Wärmespeicher Bodensee beschert den ca. 100 Familienbetrieben bis zu 3 Ernten pro Jahr.

Doch die „Reiche Au“ hat bei weitem mehr zu bieten als Salatköpfe und Tomaten. Der bekannteste Kopf der Reichenau ist wohl der Wandermönch Pirminius, der 724 ein Benediktinerkloster gründete. Durch seine Gründung und Zivilisierung erlangte die Reichenau innerhalb weniger Jahre eine sakrale Vorherrschaft. Heute erinnern an die goldenen Zeiten der Reichenau, neben der Klosterkirche St. Maria und Markus, die beiden Kirchen St. Peter und Paul und St. Georg. Und zu guter Letzt die im Jahre 2000 erfolgte Ernennung zum Weltkulturerbe.

Während einer geführten Bustour konnten die Mitglieder des VOGLs der Geschichte der Reichenau  folgen und so manchen Salatkopf mit strahlenden Augen auch in ihren Tellern vor Augen halten. Überdeckt von den herrlichen romanischen Wandmalereinen aus den Kirchen St. Georg bzw. St. Peter und Paul endete die Reise über die Reichenau im Inselhof zum Mittagstisch.

Doch wer denkt, dass der Tag nun langsam dem Ende naht, der lebt im Irrglaube. Denn das nächste kulturelle Zentrum liegt doch gleich um die Ecke. Konstanz, im angelsächsischen Sprachraum Namensgeber für den „See“, der „Lake Konstanz“. Eine Stadt, die es im Mittelalter geschafft hat Weltgeschichte zu schreiben. Denn in Konstanz wurde ein Papst gewählt. Und so eine Papstwahl zieht viele Menschen mit sich. Historische Aufzeichnungen nennen zu Spitzenzeiten bis zu 30000 Besucher neben den 7000 Einwohnern. Menschen die Arbeit und Geld in die Stadt tragen und so zu goldenen Zeiten und Reichtum führen, der heute noch in den Gassen der Altstadt zu sehen und spüren ist. Ohnehin hatte Konstanz schon in früher Zeit einen ausgeprägten Sinn für Handel und Geschäfte. Interessante Einblicke in das Leben der Konstanzer gab auch die  Stadtführung, die durch eine schmale Gasse führte die früher als offene Kanalisation diente. Man möge sich die Düfte nicht vorstellen wollen die damals durch die Gassen zogen.

Unumgänglich schweifen die Blicke eines jeden Touristen auf die wohligen Proportionen einer der umstrittensten Figuren des Sees. Thronend und von allen Seiten zu begutachten dreht sich die 18 Tonnen schwere und 9 Meter hohe Dame Imperia auf ihrem Sockel um die eigene Achse. Anscheinend soll sie an das während des Konstanzer Konzils boomende Mätressentum erinnern. Der Künstler Peter Lenk schweigt hingegen und verweist auf die geschichtliche Bildung der Betrachter.

Mit einer Fährfahrt nach Meersburg und einer Fahrt durch Wolken, Nebel, Regen und frühherbstliche Wälder der Schwäbischen Alb, endete der diesjährige Ausflug des Verein für Obstbau, Garten und Landschaft Linsenhofen e.V.

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