Verein für Obstbau, Garten und Landschaft Linsenhofen e.V.
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VOGL auf Wanderschaft, besuch der „Heckschnärre“ - 20.10.2013

 

Auf Schusters Rappen machten sich am vergangenen Sonntag 50 VÖGL auf den Weg um das Revier der Heckschnärre  in Nürtingen zu begutachten. Denn die Hölderlin Stadt Nürtingen hat mehr zu bieten als den Ruf den ihr einer der bedeutendsten deutschen Lyriker verschafft hat.

Das Hölderlin Haus im Schweizerhof, in dem Friedrich Hölderlin seine Kindheit und Jugend verbrachte, liegt ebenso auf dem Weg der Stadtführung wie der Schillerplatz. Der vermutlich nach Friedrich Schiller benannt ist und den Hölderlin wiederum sehr verehrte. Bei einem großen Stadtbrand 1750 wurde die Stadt nahezu zerstört. Landbaumeister Johann Adam Groß baute die Stadt nach seinen Ideen wieder auf. Er legte den Grundstein für das heutige Bild der Altstadt, legte mitten durch das Stadtgebiet ein Achsenkreuz und führte eine Straße vom Rathaus zum Spital und stellte auch die Verbindung zum Kirchplatz her. In bestimmten Bereichen ist der alte Stadtkern vom Turm der Stadtkirche St. Laurenzius noch heute erkennbar. Wer die 190 Stufen erklimmt hat einen überwältigenden Ausblick auf die Landschaft rund um die im 19. Jahrhundert angewachsene Industriestadt Nürtingen, den Neckar und natürlich auch die Blaue Mauer der Schwäbischen Alb. Aber auch auf die vielen Siedlungen der Nachkriegszeit rund um Nürtingen. 6500 Heimatvertriebenen sollte Nürtingen eine neue Heimat bieten.

Der Schlossberg, auf dem die Stadtkirche errichtet ist, beheimatete bis 1773 tatsächlich auch ein Schloss, abgerissen erinnert heute nur noch der Name daran. Hervorragend in das Stadtbild eingepasst ist der Anbau an das bestehende Rathaus von 1477. Nicht alle Neubauten fügen sich so sehr ins Stadtbild ein. Der Steinerne Bau, die Wiege der Nürtinger Wirtschaft, beherbergte namhafte Firmen, Endress bzw. Heller, und fiel leider dem Betonwahn der 60er Jahre zum Opfer. Der wichtigste Rohstoff, Zement, lieferte das am östlichen Ende der Stadt gelegene Zementwerk.

Die ehemaligen Gefängnisräume im Blockturm, der letzte Überrest der Nürtinger Stadtmauer werden heute zum Andenken an Otto Zondler verwendet. Der Künstler und Kunsterzieher, engagierter Nürtinger Bürger und Zeichenlehrer hat seinerzeit die alltäglichen Szenen der Stadt festgehalten und skizziert.

Die Tälesbahn brachte die Ausflügler zurück in die Traube nach Linsenhofen zum gemütlichen Ausklingen

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