Verein für Obstbau, Garten und Landschaft Linsenhofen e.V.
Verein für Obstbau, Garten und Landschaft Linsenhofen e.V.

Vereinsausflug Rottweil – 16.09.2018

 

Mit dem Verein für Obstbau, Garten und Landschaft Linsenhofen e.V. auf Entdeckungsfahrt, es ist wahrlich mehr als einfach nur ein Ausflug ins Blaue.  Rottweil, die älteste Stadt Baden- Württembergs, die Stadt der Türme, die mit dem Turm mit der höchsten Aussichtsplattform Deutschlands, die mit der eigenen Hunderasse, eine Hochburg der Schwäbisch-alemanischen Fasnet und die Stadt im Südwesten die eine neue Form der Gartenkultur namens Urban Gardening testet.

 

Während einer beinahe 2h Stadtführung durch die sehr interessanten Straßen und Gassen von Rottweil, bot sich ein Einblick in ca. 2000 Jahre Stadtleben. Die Geschichte Rottweils ist sehr von der günstigen geografischen Lage, zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb, sowie am noch jungen Neckar gelegen, geprägt. Dadurch war die Stadt schon bei den Römern als Verkehrsknotenpunkt geschätzt und erreichte Wohlstand und Anerkennung. Allerdings wechselte der Standort von Rottweil innerhalb der 2000 jährigen Bevölkerung. Die ursprüngliche römische Siedlung lag nicht dort wo wir heute Rottweil vorfinden. Außerdem gibt es Lücken in der Besiedelung des Stadtgebietes. So wurde die einstige reiche und wohlhabende Siedlung der Römer von den Alemannen zurückerobert, die sich mehrere Jahrhunderte mit den Lorbeeren schmückten, jedoch das Stadtleben und den Unterhalt der Siedlung eher ruhen ließen. Erst mit den Karolingern kam wieder Schwung in den Siedlungsbau. Ein wehr- und verteidigungstechnisch günstiger Standort, unweit der römischen Siedlung, am heutigen Berge gelegen, mit den seitlich begrenzenden tiefen Gräben und dem Neckar am Fuße, war gefunden.

Die Staufer bauten dann letztendlich nach dem Vorbild der Zähringer eine Stadt in Form eines Kreuzes, aufgeteilt in vier Quartiere. Jedes Quartier hat eine Kirche, mit Turm. So gilt Rottweil auch als die Stadt der Türme. Vier Kirchtürme, der große Hochturm oben auf dem Berg und das Schwarze Tor als Zugang zur Haupt- und Geschäftsstraße sind die markantesten Bauwerke der Altstadt. Hinzukommen die Wohn- und Geschäftshäuser, alle mit der Traufe zur Straße ausgerichtet, in unterschiedlichen Farben und mit Erkern ausgestattet, im Schweizer Stil.

Dank der römischen Vorgeschichte und der günstigen geografischen Lage erreichte Rottweil sehr früh und sehr schnell den Stand einer freien Reichsstadt und damit, verbunden mit dem Handel, einen sehr hohen Wohlstand. Im Spätmittelalter als Wirtschaftszentrum im südwestdeutschen Raum bekannt durch Schmieden und Tücher. Und noch heute ist der Glanz und Wohlstand von einst sichtbar.

 

Im Anschluss der  Stadtführung führte der Weg zum Mittagessen. Aufgeteilt in zwei Gruppen waren wir im „Brauereigasthof Pflug“ sowie der „AltstadtSchänke“ zu Gast.

 

Nach dem Mittagessen wartete eine Gruppe von Stadtgärtnern auf den VOGL. Bei diesen Stadtgärtnern handelt es sich allerdings nicht um städtische Angestellte, die Verkehrsinseln oder Blumenbeete pflegen, sondern um sogenannte Urban Gardener. Der neue Trend des Urban Gardening hat auch in Rottweil, in den Gemeinschaftsgärten am Nägelesgraben, Freunde und Anhänger gefunden. Ein Kreis gärtnerisch begeisterter Bürger, bewirtschaftet auf einstigen innerstädtischen Grünflächen Gemüse und Obst. Es handelt sich dabei um eine kleine Gartenanlage. Nebenbei entsteht eine Gemeinschaft, die füreinander anbaut, was gerade geerntet werden muss ist für alle da. Im Gegenzug pflanzen alle für die anderen mit an. Eine neue Form der Garten- und Nahrungsmittelkultur, die versucht den Ballungsraum Stadt noch effektiver und lebbarer zu gestallten. 

 

Nächster Halt des Tages, die Kleingartenanlage der Gartenfreunde Rottweil e.V. auf der „Charlottenhöhe“. Die Gartenfreunde Rottweil e.V. teilen sich in zwei Standorte auf: Charlottenwäldchen und Charlottenhöhe. Wir durften in der Anlage Charlottenhöhe einen Blick in die 64 Parzellen werfen. Und bekamen sehr schnell einen Eindruck warum der Verein 2017 den 1. Preis im Landeswettbewerb mit Weiterleitung zum Bundeswettbewerb 2018 einheimste. Überall an Weg- und Beeträndern gedeiht ein wahres Blütenmeer, aufgemischt durch Gemüse-, Rasen- oder Obstkulturen und kreativen Ausschmückungen und Dekorationen. Die Gartenanlage ist zudem für jeden geöffnet und bietet mit dem bewirtschafteten Vereinsheim einen Einkehrschwung nach dem Ausflug ins Blütenmeer.

 

Und dann wartet in Rottweil noch ein absolutes Highlight. Der Aufzugtestturm von ThyssenKrupp! Schon von weit her sichtbar stellt dieser Turm ein Monument dar. Zwar außerhalb der Stadt gelegen prägt seine Silhouette den Horizont über den Dächern von Rottweil. Das Turminnere ist aus 12 Aufzugschächten aufgebaut, davon 9 ausschließlich für firmeneigene Test- und Versuchszwecke. Innerhalb von 30 Sekunden befördert der Panoramaaufzug Besucher auf die in 232m Höhe gelegene Besucherplattform. Im Vergleich, beim Towerrun bewältigte der beste Läufer die 1390 Stufen während 6:56 Minuten!

Die Aussichtplattform öffnet den Ausblick auf die höchsten Erhebungen der Schwäbischen Alb, den Schwarzwald und die Alpen sowie auch in die Stuttgarter Region. 360° Rundblick, leider war zu unserem Zeitpunkt die Luft sehr trübe und versperrte uns den Blick auf den Stuttgarter Fernsehturm. Dennoch ein wundervolles Erlebnis in solcher Höhe stehen zu können und die einzigartige Architektur des Turms zu genießen.

 

Mit der untergehenden Sonne im Nacken und den vielen tollen Bildern und Eindrücken in den Augen traten wir die Heimreise nach Linsenhofen an.

Ein herzliches Dankeschön an die beteiligten Organisatoren, Stadtführer, Urban Gardener, Gartenfreunde Rottweil e.V. und zuletzt dem Team des ThyssenKrupp Turms.

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