Verein für Obstbau, Garten und Landschaft Linsenhofen e.V.
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Jagd- und Wildschäden - 20.10.2017

 

„Jagd- und Wildschäden auf unseren Streuobstwiesen“, über dieses emotionale Thema referierte Kreisjägermeister Dr. Martin Kohler bei einem Infoabend des Verein für Obstbau, Garten und Landschaft Linsenhofen e.V.

Der mit 50 interessierten Teilnehmern voll besetzte Saal des Linsenhöfer Gemeindehaus zeugte davon, das Jagd- und Wildschäden auf Streuobstwiesen in der Öffentlichkeit brandaktuell sind. Dr. Martin Kohler verstand es das Publikum mit in seinen Vortrag einzubeziehen.

Anhand des Jagdgesetztes zeigte er die rechtliche Problematik der heutigen Jagd auf. Wildtiere dürfen nur zu bestimmten, festgelegten Zeiten bejagt werden. Dem Gesetz auf der einen Seite ist der Freizeitfaktor Wald auf der anderen Seite gegengestellt. Der Wald als Rückzug- und Erholungsraum wird vom Mensch nahezu 24h, 365 Tage genützt. Ein Jogger oder Radfahrer nachts um 24:00h im Wald ist heute keine Seltenheit mehr und macht es den Jägern sehr schwer, ihrem Hobby und Berufung nachzugehen. In den von Gesetzeswegen verbleibenden wenigen Tagen bzw. guten Jagdnächten um Vollmond muss alles passen, damit der Jäger Erfolg hat.

Ein weiterer Aspekt, den Herr Dr. Kohler anführt, sind die großen Monokulturen. Vor allem die zahlreichen Maisschläge machen hier Probleme. Ein Jäger kann diese zwar elektronisch einzäunen und schützen, wehe aber die sehr intelligenten Wildschweine finden einen Weg durch die elektronische Barriere. Im Maisfeld sind sie praktisch unsichtbar und lassen sich nur sehr schwer bejagen, da das Sichtfeld sehr eingeschränkt ist. Sogenannte Schussschneisen im Maisfeld könnten auf jeden Fall helfen, worüber sich der Landwirt wegen Ertragsausfällen nicht freuen wird.

Die Wildschweine, eine Gattung Tier die die Streuobstwiesen und ihre Besitzer besonders trifft. Eigentlich ist das Wildschwein das einzige Wildtier, das  beachtliche Schäden anrichtet. Die oft zu hörende Frage, warum Wildschweine auf die Streuobstwiesen kommen und oftmals auf exakt die gleichen, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Auf jeden Fall birgt das Mulchen von Wiesen Gefahrenpotential. Unter der Grasdecke entwickeln sich die für Wildschweine schmackhaften Knollen und andere Leckereien. Dies führt dazu, dass vor allem in den Mulchreihen immer wieder große Schäden zu beobachten sind. Aus diesem Grunde wäre eine Abfuhr von Mulchmaterial eine sinnvolle Prophylaxe. Dass dies praktisch nur sehr schwer umsetzbar ist, war allen Beteiligten klar. Ebenso sollten keine Bioabfälle auf der Wiese kompostiert werden. Dies zieht allerhand Wildtiere an und kann ebenso zu Folgeschäden führen.

Als Fazit dieses sehr informativen und kurzweiligen Abends kann festgehalten werden, dass es für alle Beteiligten nicht einfacher wird, aber es sehr sinnvoll ist, dass Jagdpächter und Wiesenbesitzer an einem Strang ziehen. Dies sollte die Strategie für die Zukunft sein und war nach dem Vortrag ein vielbesprochenes Diskussionsthema.

Allen Teilnehmern und vor allem Dr. Martin Kohler gilt großer Dank für die tolle Präsentation und die leidenschaftlichen Einblicke eines Jägers, der mit Leib und Seele versucht Lösungen aufzuzeigen.

Der VOGL wird an diesem Thema weiterhin nah dran sein und in einigen Jahren einen erneuten Blick auf die vorhandene Situation werfen.

 

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