Verein für Obstbau, Garten und Landschaft Linsenhofen e.V.
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Winterschnittkurs - 14.01.2017

 

25 Obstbaubegeisterte haben vergangenen Samstag, 14.01.2017, den Weg zu den Spindelbäumen in der Obstanlage von Erhard Gneiting gefunden. Ziel war es, ihre Kenntnisse in der Pflege und Erhaltung dieser besonderen Kulturform der Obsterzeugung aufzufrischen.

Winzlinge sind es Im Gegensatz zu den riesigen Geschwistern des Streuobstanbaus. Gemessen im Ertrag pro Quadratmeter, jedoch hoch überlegen. Die Qualitäten der kleinen Spindelbäume liegen daher weniger im prägenden Landschaftsbild einer Streuobstwiese, sondern eher in der Fruchtqualität, dem Ertrag, der benötigten Arbeitszeit und der Geschwindigkeit bis zum Vollertrag.

Doch, auch so eine kleine Spindel braucht seine Zuneigung und will umsorgt sein. Vor allem beim Schnitt gibt es einige Unterschiede zu beachten. Besteht die Krone eines Streuobstbaumes aus der leitenden Mitte und 3- 4 Leitästen, an denen sich die fruchtgebenden Äste ansiedeln, so besteht die Spindel – wie der Name schon sagt - aus einem senkrechten Stamm, an dem sich ohne Leitäste das fruchtgebende Holz ansiedelt. Die auf Ertrag ausgelegten und in Reihe stehenden Bäume  sind nun so zu schneiden, dass sie den Arbeitsablauf wenig beeinträchtigen, sich gegenseitig nicht im Licht stehen und immer genug fruchtgebende Äste besitzen. Das alles wird erreicht durch kurze Äste vom Stamm weg, durch Umwandlung von „Wassertrieben“ in Fruchtholz und der regelmäßige Austausch von altem Fruchtholz. Durch z.B. einfaches waagerechtstellen der senkrechten Wassertriebe entsteht ruckzuck ein neuer Fruchtast, der einen Teil des Ertrags für die kommenden Jahre sichern kann.  

Viel Diskussionsstoff im Publikum, welcher Ast denn weichen oder stehen gelassen werden solle. Sämtliche Vorschläge konnten im gemeinsamen Abwägen von Lösungswegen berücksichtigt werden. Und am Ende kommt eine gut gepflegte Spindel zustande. Die Frage nach falsch und richtig endete oft in der Meinung das es nur falsch ist wenn man seine Bäume gar nicht mehr pflegt.

Bei einem kleinen Ständerling, mit Brezeln und Heißgetränken, wurden noch aktuelle Themen des Obstbaus besprochen und die vom Schneetreiben ausgekühlten Körper gewärmt.

Ein herzliches Dankeschön an Erhard Gneiting für seine sehr Interessanten Ausführungen und an alle Besucherinnen und Besucher für die zahlreiche Teilnahme.

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