Verein für Obstbau, Garten und Landschaft Linsenhofen e.V.
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Schnittkurs für Damen - 7.03.2015

Eine pädagogische Reise durch den Alltag eines Neben- Erwerbsobstbauers, erlebten die interessierten Damen in der Obstanlage von Erhard Gneiting. Beim diesjährigen Schnittkurs für Damen des Verein für Obstbau, Garten und Landschaft Linsenhofen e.V. lag das Ziel in der Vermittlung der Kenntnisse im Umgang mit Spindelbäumen und schwach. wachsenden Obstgehölzen für den Hausgarten.

Erhard Gneiting zeigte und erklärte den Aufbau einer heutigen Intensivkultur für Äpfel und Birnen die innerhalb kürzester Zeit qualitativ hochwertiges Obst für den Verkauf als Tafelobst erzeugt. Der Kunde von heute möchte einen Apfel der frei von jeder Macke ist, geschmacklich alle Sinne begeistert und die gleiche Größe hat. Im Tierreich würde man von der Eierlegendenwollmilchsau reden, gut dass es sich also nur um einen Apfel handelt.

Ein durchschnittlicher Streuobstbaum benötigt ca. 10 Jahre bis er einen Vollertrag liefert. Sind die Äpfel dann reif, muss sie jemand in ca. 4m Höhe ernten. Der eine ist dann schon reif, der andere noch nicht, die Schönsten hängen dort. Doch da reicht nun die Leiter nicht hin und hat man ihn dann doch erreicht, dann lächelt ein Wurmloch, weil den entlegenen Ast der Pflanzenschutz nicht erreicht hat. Nix wars mit dem Verkauf dieses einen schönen Apfel, dem ersten nach 10 Jahren. Eine Geschichte die sich an einem Streuobstbaum wiederholen kann. Auf Dauer ist dieser Prozess nicht marktfähig, denn der Kunde bezahlt den Preis für solch produziertes Obst nicht. Nicht solange seine Apfelkollegen aus Übersee, trotz langer Reise, preiswerter sind.

Das ist der Grund warum heute kleine Bäumchen in Reih und Glied ihre kleinen Äste in die Sonne strecken und schon im ersten Standjahr die Kunden mit leckeren Früchten versorgen. Der Obstbauer kann viele Pflegearbeiten maschinell ausführen und benötigt so gut wie keine Leiter mehr. Außerdem kann er einen gezielten Pflanzenschutz ausbringen der nur dort stattfindet wo er benötigt wird.

Ideal ist diese kleine Kulturform auch für den Hausgarten. Auf dem Platz eines großen Baumes können auch drei kleine Bäume wachsen, die durch die Wahl unterschiedlicher Sorten einen längeren Zeitraum mit Früchten abdecken. Was es alles zu beachten gibt, das zeigte Erhard Gneiting auf einem Streifzug durch seine Anlage. Über den Pflanzabstand, die Sortenauswahl, die Düngung und Pflegemaßnahmen bis hin zum richtigen Schnitt reichte das Portfolio.

Die Teilnehmerinnen staunten nicht schlecht als an einem Sauerkirschbaum die Zweige nur so auf den Boden fielen. Keine Angst, die brauchen das, da dieses Gehölz sonst teilweise verkahlt und nur noch ganz weit außen am Ast Früchte trägt. Durch den massiven Rückschnitt wird das Wachstum angeregt und neue kurze Fruchttriebe gebildet. Ähnliches ist auch auf die Rose übertragbar.

Bei herrlichem Sonnenschein, einem reichhaltigen Kaffee- und Kuchenbuffet endete ein informativer, beinahe schon frühlingshafter Nachmittag. Ein herzliches Dankeschön an Erhard Gneiting, den Teilnehmerinnen aus nah und fern und den Kuchenspendern/innen des VOGL Linsenhofen.

   

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